Montag, 2. Oktober 2017

Montag, 21. März 2016

Erinnerungen an eine Entführung



Um gleich vorweg eine wichtige Information nicht vorzuenthalten: meine Frau und ich sind wohlbehalten und gesund heimgekehrt.Passiert ist „das Ganze“ auch schon vor einigen Wochen. Doch wollte ich das erlebte erstmal ein bisschen verarbeiten, bevor ich es hier „loswerde“.

Für 2016 hatte ich ein Abenteuer geplant. Ich wollte nach Südafrika in die Plettenberg Bay. Dort befindet sich eine Auffangstation für Elefanten, wo ich einen Monat lang arbeiten wollte. Dieses Vorhaben wurde zwar umdisponiert, doch Abenteuer hatte ich trotzdem.

Meine Frau und ich sind sehr reiselustig. Dehslab haben wir schon einiges erlebt. Alaska, Mexiko, Ägypten, Indien, Sri Lanka und die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Auf unseren Reisen wurden wir oftmals entführt; entführt in eine andere Welt. Bereits bei der Planung hatten wir immer eine ungefähre Vorstellung was uns erwartet und nachdem wir Land, Leute und das dortige Leben kennen lernen wollen, habe wir uns auf diese Erfahrung eingelassen. Doch das wir knapp 270 Kilometer von zu Hause entfernt eintauchen werden in eine andere Welt, das hätten wir nicht für möglich gehalten.

Was war geschehen? Was war für diese Erfahrung verantwortlich?

Südafrika habe ich sausen lassen. Stattdessen waren wir eine Woche als Volunteers bei den  Special Olympics Pre-Games in Schladming. Im Nachhinein betrachtet bin ich froh, dass ich mich dazu überreden hab lassen. Es war ein wunderbares Erlebnis mit lang anhaltender Wirkung.

Was wir dort an Herzlichkeit, Emotionen, Offenheit und Ehrlichkeit erleben durften, war einfach umwerfend. Es fällt mir heute noch schwer die richtigen Worte für das erlebte zu finden. Glaube es gibt gar nicht die richtigen Worte um diese Eindrücke richtig wiedergeben zu können.

Ich hatte das Glück als Communicator im Presseteam eingesetzt zu werden. Dadurch konnte ich sehr viel mit Betreuer, Athleten, anderen Volunteers und Zuschauern sprechen. Mein Einsatzort war in Ramsau, wo die Langlaufbewerbe und die Schneeschuhläufe stattfanden. 

Es war interessant zu erfahren, wie sich die Sportler auf die Pre-Games vorbereitet haben. Zu sehen mit welchem Eifer und welcher Begeisterung sie an den Start gingen und mit welcher Freude und welchen Emotionen, sie ihren Zieleinlauf zelebriert haben. Es waren sowohl Wettbewerbs erfahrene Teilnehmer, als auch Athleten die ihre ersten Wettkampferfahrungen machten, dabei. Klar waren manche enttäuscht, wenn sie nicht als Erster die Ziellinie passiert haben, doch habe ich nie den Funken des „nicht Vergönnens“ gespürt.

So viel an Fairness, an Freude; Freude einfach dabei sein zu können und zeigen zu dürfen, was in einem steckt. Beneidenswert! Eine Offenheit und Aufgeschlossenheit, der man heute eher selten begegnet. 

Ja, ich habe auch „belauscht“ wie sich die einen oder anderen Athleten über ihre Siegerstrategie unterhalten haben. Doch es gab auch eine Kommunikation zwischen den Sportlern verschiedener Teams, zwischen Betreuern verschiedener Teams, Zuschauer mit Betreuern, Zuschauer mit Zuschauer ….. einfach eine gute und offene Kommunikation. 

Auch die Geduld wurde unter Beweis gestellt. Beispielsweise bei einem Langlaufbewerb, wo bereits alle Teilnehmer am Start standen und ein Starter Probleme mit seiner Bindung hatte. Da gab es kein Raunen, keine ungeduldig fordernde Blicke „jetzt werde endlich fertig“, kein ungeduldiges Zappeln, keine Seufzen. Alle haben ruhig und entspannt gewartet, bis der Startschuss fiel. 

In diesem Moment fiel mir mein letzter Einkauf im Supermarkt ein, wo ich zur Freude der hinter mir wartenden Menschen versucht habe bei der Kassiererin mein Münzgeld loszuwerden. Unnötig zu erwähnen was sich hinter mir formiert hatte. 

Emotional war diese Woche in Schladming: Ausnahmezustand. So viele emotionale Eindrücke und Erlebnisse. 

Doch nicht nur an den Sportstätten war dieser Spirit zu verspüren. Es war als läge ganz Schladming unter einem Bann. Auch wenn man abends durch die Stadt zog. In einem der Lokale den Tag ausklingen hat lassen. Eine entspannte und harmonische Atmosphäre, wie man sie in unserer heutigen, hektischen Welt, leider nur selten findet. 

Eine Teilnehmerin hat es auf den Punkt gebracht. Als ich mich mit ihr unterhalten habe hat sie gesagt: „Das Wichtigste ist, dass die Laute zusammen halten. Wir sind eine große Familie.“

Trotz meines fortgeschrittenen Alters und meiner – ohne übertreiben zu wollen – doch reichlichen Erfahrung, habe ich in dieser Woche einiges gelernt. Auch in seiner unmittelbaren Umgebung, in seinem gewohnten Umfeld, kann man auf Abenteuerreise gehen. Man muss es nur zulassen. Seine Bedenken beiseiteschieben, die Grenzen – welche man sich oftmals selbst auferlegt oder aufdrängen lässt – einfach überschreiten und es wagen, sich auf ein Erlebnis einzulassen. Auch wenn es vielleicht nicht den Vorstellungen des Mainstreams entspricht.

Jedem, der einmal für eine Zeit abtauchen möchte in eine andere Welt, der etwas erleben möchte, was vielen verschlossen bleibt, dem kann ich empfehlen: meldet euch als Volunteer bei den Special Olympics. 

2016 waren die Pre-Games. Nächste Jahr geht’s dann so richtig los. Da finden im März die Special Olympics World Winter Games Austria 2017 statt. 

Ich bin ganz sicher wieder dabei. Denn eine Wiederholung dieses Erlebnisses lass ich mir nicht entgehen.

Liebe Grüße und vielleicht sieht man sich ja in Schladming ;-)

HPH

Donnerstag, 7. Januar 2016

Wie alles begann

Was habe ich mir bloß dabei gedacht? Habe ich zu viel Freizeit? Ist mir langweilig? Muss ich mich profilieren? Möchte ich berühmt werden? Wozu brauch ich einen Blogg? Wen interessiert das überhaupt? Und was soll dieser Titel bedeuten?

Zunächst mal der Klassiker. Der Name „Gedankeneintopf“ oder „Eintopf der Gedanken“ kam mir unter der Dusche. Der Ort an dem ich Ungeduldsmeier am relexesten bin. Das kann ich echt genießen; zum Leidwesen derjenigen die nach mir das Badezimmer besuchen. Jedenfalls was dort regelmäßig passiert ist, dass mir hunderte Gedanken durch den Kopf blitzen. Einfach so. Ungehindert, unkontrolliert, ungezügelt und grenzenlos. Manche davon halte ich für welche die ich weiter verfolgen sollte und manche sind schon vergessen bevor ich trocken bin. Diejenigen die es durch die erste Ausscheidungsrunde geschafft haben, werden dann – wenn der Zufall es will – wieder überdacht. Ist das etwas das mich wirklich interessiert? Ist der Gedanke mit vertretbarem Aufwand zu realisieren? Tja und was diese Runde übersteht ist noch immer eine ganze Menge. Viel zu viel um es in einem Menschenleben zu realisieren. Doch das macht nichts. Es muss ja nicht alles in die Tat umgesetzt werden.

Durch diese Eigenschaft habe ich viel in meinem Leben erlebt. Vermutlich mehr als der sogenannte Durchschnittsmensch …. wie auch immer der ausschauen mag. Manche Ideen waren verrückt. Für andere Menschen vermutlich absolut sinnlos. Doch genau darum geht es doch, oder? Für wen soll unser Tun und Lassen sinnvoll sein? Nur für Andere? Dürfen wir selbst daraus keinen Nutzen ziehen?

Soweit zum Titel des Blogs. Der Gedankeneintopf existiert in meinem Kopf. Eine riesige Menge an Zutaten. Alles bunt gemischt. Alleine für sich vielleicht langweilig, doch gut vermischt ein interessantes Gericht.

Ob das alles Jemanden interessiert? Keine Ahnung. Vielleicht kommen Leser ja nicht mal bis zu dieser Zeile. Doch ist das Wichtig? Vielleicht macht es mir einfach Spaß, andere an meinen Gedanken teilhaben zu lassen. Und wer weiß; vielleicht ist es für den einen oder die andere hilfreich, hier zu lesen.

Warum soll das hilfreich sein? Und da bin ich bei dem warum. Vielleicht gibt es da draußen in der großen weiten Welt, Menschen wie mich. Menschen, die in ihrem Kopf genauso einen großen Gedankenverkehr haben. Unsere Gesellschaft versucht uns aber in allen nur denkbaren Belangen, Regeln aufzubürden. Viele sind sinnvoll und für das Zusammenleben auch notwendig. Doch für unseren Kopf und was sich darin abspielt, sollten wir selbst verantwortlich sein. Wir sollten uns nicht Regeln von Dritten vorschreiben lassen, was wir denken dürfen. Wenn es Regeln für Gedanken in unserem Kopf gibt, dann sollten diese aus unseren eigenen ethischen Werten entstehen. Nicht weil irgendjemand es für gut befindet. Und vielleicht braucht irgendjemand da draußen eben genau diesen Beitrag. Vielleicht hilft es jemanden sich ab nun zu akzeptieren, was für Gedanken im Kopf herumschwirren. Vielleicht hilft genau diese Akzeptanz dabei mit, die eigene Lebensqualität zu steigern. Eben, weil man sich nicht mehr Vorwürfe macht, worüber man nachdenkt. Und wenn es nur ein einziger Mensch ist, der diesen Beitrag als hilfreichen Denkanstoß sieht, dann hat sich – für meine Begriffe – der Aufwand gelohnt.

Nein, langweilig ist mir nicht und ich habe auch nicht unendlich viel Zeit. Jeder der mich persönlich kennt, wird dies ohne zu Zögern bestätigen. Ich kann auch nicht überall sein, nicht alle meine Vorhaben umsetzen und – womit wir auch das Thema Berühmtheit abhacken – ich hänge auch nicht alle meine Erlebnisse an die große Glocke.

Über das eine oder andere Erlebnis werde ich berichten. Wenn halt Zeit dafür ist. Wird vielleicht mal länger nichts Neues hier geben und dann vielleicht mal mehr in kurzer Zeit. Keine Ahnung. Hab ich nicht geplant. Was könnte ich zum Beispiel erzählen? Von meinem Erlebnis als ich mit 16 Jahren meinte ich muss unbedingt das kroatische Küstenschifffahrtspatent machen. Oder auch bloß das kleine Projekt, morgens in den Zug nach Wiener Neustadt zu steigen und zu Fuß nach Hause nach Wien zu gehen. Vielleicht aber auch, dass ich mit 46 Jahren plötzlich gemeint habe ich muss bei einem Laufwettbewerb mitmachen und den Halbmarathon laufen. So viel sei schon mal verraten, ich hab ihn in einer respektvollen Zeit absolviert. Möglicherweise werde ich auch darüber berichten, was ich nächste Woche als Volunteer bei den Pre-Games der Special Olympics erlebt habe.

Ja, genau. Das habe ich mir dabei gedacht, als ich die Entscheidung getroffen habe, auch einen Blogg zu starten. Andere zu ermutigen, Gedanken in Taten umzusetzen. Es zu versuchen. Nicht im Vorhinein davon auszugehen, dass man das eh nie schafft. Klar; fliegen wie ein Vogel wird man nie können ….. oder vielleicht doch?

Abschließend noch ein technischer Hinweis. Zum Glück wurde für Menschen wie mich die Rechtschreibprüfung in Word erfunden. Rechtschreibprofi war ich nie, wollte ich nie werden und werde ich auch nie werden. Daran hat sich schon meine Volksschullehrerin die Zähne ausgebissen. Also bitte nachsichtig sein was das betrifft.

Ansonsten wünsche ich viel Spaß beim Lesen und seid geduldiger als ich es bin.

Liebe Grüße

HPH